Letzte Woche besuchte ich zusammen mit dem Ersten Vizepräsidenten des Schwedischen Reichstags Baden-Württemberg. Dieser Besuch war Bestandteil eines Erfahrungsaustausches zwischen diesem wichtigen Bundesland und Schweden zur Aufnahme von Flüchtlingen.

Deutschland und Schweden sind bekanntermaßen die zwei Länder in der Europäischen Union, die die größte Verantwortung übernommen haben, um den Menschen Schutz zu gewähren, die vor Krieg und Zerstörung geflohen sind, vor allem aus Syrien. Deshalb ist es auch natürlich, dass gerade unsere beiden Länder eng zusammenarbeiten, um Erfahrungen auszutauschen und um diese große Herausforderung zu bewältigen.

Im Rahmen des Besuchs hatten wir Gelegenheit, die aktuelle Situation im Hinblick auf die Aufnahme von Flüchtlingen mit verantwortlichen Politikern des Landtags zu diskutieren, eine Einrichtung zu besuchen, die sich in Stuttgart um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kümmert, die Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Heidelberg kennen zu lernen und eine gewerbliche Schule zu besuchen, die sich mit ihren Angeboten auch an junge Neuankömmlinge richtet.

Der Besuch vermittelte den Eindruck, dass das deutsche Aufnahmesystem für Flüchtlinge jetzt – nach einer schwierigen Phase, als der Zustrom am höchsten war – sehr gut funktioniert. Es gibt vieles, was Schweden vom deutschen Aufnahmesystem lernen kann. Ich denke vor allem an die Einsicht, dass eine gute Aufnahme von Flüchtlingen entsprechend viel Personal erfordert und dass man die Aufnahme nicht einfach auslagern kann, ohne sich rückzuversichern, dass auch eine gute Qualität gewährleistet ist. Von schwedischer Seite können wir mit unseren Erfahrungen bezüglich der Wichtigkeit von Unterricht in der Muttersprache beitragen, die es jungen Neuankömmlingen erleichtern, das Land, in das sie gekommen sind, besser zu verstehen.

Ich hoffe, dass der Austausch zu diesen Fragen fortgesetzt wird, nicht nur mit Baden-Württemberg, sondern mit allen betroffenen Bundesländern.