Schweden kandidiert für einen Platz im UN-Sicherheitsrat für die Periode 2017-2018. Die Wahl findet im Juni dieses Jahres in der Generalversammlung statt und drei Länder – neben Schweden auch die Niederlande und Italien – kämpfen um zwei Plätze in der Gruppe „Westeuropa und andere Staaten“.

Warum ist der Sicherheitsrat für Schweden so wichtig? Den Ständigen Mitgliedern fällt eine Einigung oft schwer, was die Frage aufwirft, ob der Rat seine Rolle nicht teilweise ausgespielt hat.

Für die schwedische Regierung sind die Vereinten Nationen ein Eckpfeiler ihrer Außenpolitik. Ohne funktionierenden Sicherheitsrat verliert die Welt an Sicherheit. Die letzte Amtszeit Schwedens im UN-Sicherheitsrat liegt nunmehr zwanzig Jahre zurück und wir sind der Auffassung, dass unser großes Engagement in den Vereinten Nationen ein guter Grund sein sollte, in gewissen Abständen die Möglichkeit zu erhalten, auch in diesem wichtigen Organ tätig zu werden. Außerdem ist unsere Bewerbung Teil einer Rotation unter den nordeuropäischen Ländern.

Zusammen mit Ländern wie Deutschland zählen wir zu den größten Geldgebern des UN-Systems und haben – wie auch Deutschland – versucht, bei der Bewältigung globaler Herausforderungen wie der Flüchtlingskrise und dem weltweiten Klimawandel eine führende Position einzunehmen.

Was wir hoffen, dem UN-Sicherheitsrat anbieten zu können, sind unser Wissen über verschiedene Konflikte in der Welt und unser Ansehen als vertrauensbildender Akteur in schwierigen Situationen. Viele Schweden – von Dag Hammarskjöld über Olof Palme und Hans Blix bis hin zu Jan Eliasson – spielten eine zentrale Rolle in internationalen Anstrengungen für Frieden und Sicherheit.

Auch aus schwedisch-deutscher Sicht wäre ein Platz Schwedens im UN-Sicherheitsrat meiner Meinung nach von Bedeutung. Unsere beiden Länder arbeiten bei der Lösung einiger wichtiger Fragen Seite an Seite, unsere Außenminister arbeiten eng zusammen und unsere Länder beteiligen sich umfassend an militärischen und humanitären Einsätzen in verschiedenen Regionen, mitunter auch zusammen, wie in Afghanistan und im Irak.

Ich freue mich auf eine enge deutsch-schwedische Zusammenarbeit, sowohl in der bevorstehenden Zweijahresperiode, in der Schweden hoffentlich mit im UN-Sicherheitsrat sitzt, als auch in der Zeit danach, in der wir alle mit einer erneuten Amtszeit Deutschlands im Rat rechnen.