Die aktuelle Flüchtlingskrise in Europa hat – neben vielem anderem – gezeigt, dass wir noch immer keine vollständig gemeinsame Wertebasis in der Europäischen Union haben. Obwohl alle Mitgliedsstaaten in einer Reihe von Dokumenten zugesagt haben, bestimmte Grundwerte zu respektieren, zeigt die Realität der letzten Zeit, dass es noch viel zu tun gibt, bis die auf diesem Gebiet nötige Übereinstimmung erreicht ist.

Für mich, der am Erweiterungsprozess der EU von 15 auf heute 28 Mitglieder intensiv beteiligt war, bleibt die Schlussfolgerung, dass wir an einer Europäischen Union weiterarbeiten müssen, die aus ganz Europa besteht. Eine Anzahl schwedischer Botschafter der sogenannten Kandidatenländer und aus einigen anderen Hauptstädten, darunter auch Berlin, trafen sich letzte Woche in Brüssel, um zu diskutieren, wie die Erweiterung vorangetrieben werden kann.

Heute geht es vor allem darum, weitere Länder des westlichen Balkans in die europäische Zusammenarbeit zu integrieren. In einigen Wochen wird die Europäische Kommission ihren Jahresbericht über die verschiedenen Kandidatenländer und deren Fortschritte in diesem umfangreichen Transformationsprozess präsentieren.

Wie üblich wird es ein gemischtes Bild von Fortschritten und hoffentlich vorübergehenden Rückschlägen sein. Unsere Schlussfolgerung ist, dass Schweden – gern gemeinsam mit Deutschland – weiterhin ein starker Fürsprecher dafür sein soll, die Union um zusätzliche Mitglieder zu erweitern. Nur so können wir einen beständigen Frieden und eine langfristig positive Entwicklung auf unserem Kontinent gewährleisten.

 

Foto: Sébastien Bertrand via Wikimedia Commons, Quelle: http://www.flickr.com/photos/tiseb/4592786