Die Energiekommission in der Schwedischen Botschaft in Berlin

Zwei Tage lang ist die schwedische Energiekommission unter Leitung unseres Energieministers Ibrahim Baylan gerade in Berlin gewesen. Der Kommission, die einen breiten Konsens über unsere zukünftige Energieversorgung erarbeiten soll, gehören Vertreter aller Parteien des Schwedischen Reichstags an. Ziel ist es, eine gute Energieversorgung zu erschwinglichen Preisen zu gewährleisten und zugleich die Klimaziele zu erreichen, die sich Schweden gesteckt hat.

Auch wenn es im Energiebereich einige Unterschiede zwischen Deutschland und Schweden gibt, können wir offenbar viel von Deutschland lernen. Deutschlands bewusste Entscheidung für die erneuerbaren Energien ist beeindruckend und das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2050 auf 80 Prozent zu erhöhen, sehr ehrgeizig. Interessant war für die schwedischen Gäste, dass Deutschland – im Unterschied zu Schweden – die Debatte über ein Ja oder Nein zur Atomkraft größtenteils hinter sich gelassen zu haben scheint. Diese Frage wurde hier ja schon beantwortet.

Bemerkenswert ist auch, dass der deutsche Verbraucher recht viel für seine Energie bezahlt, im Durchschnitt zweieinhalbmal so viel wie der schwedische. Unsere niedrigen Preise in Schweden hängen hauptsächlich damit zusammen, dass wir verhältnismäßig viel Wasserkraft besitzen und die großen Investitionen dort schon recht lange zurückliegen.

Schließlich stellte die Kommission auch fest, dass es für Deutschland schwierig werden kann, seine Emissionsziele bis 2020 zu erreichen, weil die Nutzung von Kohle in letzter Zeit zugenommen hat, teilweise, um die Stilllegung von Atomkraftwerken zu kompensieren. Ich bin aber überzeugt, dass sowohl Deutschland als auch Schweden bei den bevorstehenden Klimaverhandlungen in Paris eine führende Rolle spielen werden.