Mit diesen Worten wurde ich bei einem meiner Antrittsbesuche von einem hohen Regierungsbeamten begrüßt. Nach einem knappen Monat als schwedischer Botschafter in Berlin kann ich sagen, dass er Recht hatte. Selten war wohl die politische Dramatik in Deutschland größer als in den letzten Monaten.

Zu meiner Zufriedenheit stelle ich fest, dass die deutsche und die schwedische Einstellung dazu, wie wir unsere momentan größte gemeinsame Herausforderung – die Flüchtlingskrise – meistern sollen, nahezu identisch sind. Wir treten für eine humanistische Asyl- und Flüchtlingspolitik ein, bei der jeder Fall individuell geprüft wird, aber auch dafür, dass Europa gemeinsam und solidarisch Verantwortung übernehmen muss, um die aktuelle Situation zu lösen.

Ich denke, es ist nur natürlich, dass viele Deutsche über das Ausmaß der Flüchtlingskrise besorgt sind. In Schweden ist die Situation nicht anders. Wir wollen Menschen auf der Flucht helfen, aber haben wir auch die Ressourcen und Kapazitäten? Gleichzeitig bin ich von dem breiten gesellschaftlichen Engagement in Deutschland, den vielen Freiwilligen, die helfen wollen, beeindruckt.

Allerdings hat die Flüchtlingskrise solche Dimensionen erreicht, dass wir vernünftige Strukturen brauchen, die funktionieren. Ehrenamtliches Engagement ist sehr willkommen, aber die Hauptverantwortung muss bei unseren sozialen Institutionen liegen. Hier können Deutschland und Schweden die Stärke ihrer Gesellschaftsstrukturen zeigen – als ein positives Beispiel für andere.